Kleinunternehmer aufgepasst: Kontoführung mit Umsatzsteueroption

Immer mehr Banken auch im Norden nutzen umsatzsteuerliche Optionsmöglichkeiten zur Kostenminimierung. Für Kleinunternehmer bedeutet dies im Zweifel höhere Kosten. Denn ein ungeschriebenes Gesetz der Umsatzsteuer lautet: „Wer steuerfreie Umsätze erbringt, hat auch keinen Vorsteuerabzug“. Damit stellt die Umsatzsteuer, die beim Bezug von Waren und Dienstleistungen in Rechnung gestellt wird, einen erheblichen Kostenfaktor für ein Unternehmen dar, welches nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Da grundsätzlich die typischen Leistungen von Kreditinstituten von der Umsatzsteuer befreit sind, kennen auch Banken den Kostenfaktor „Umsatzsteuer” in der Gewinn- und Verlustrechnung. Zwar ist die Mehrzahl der Bankdienstleistungen zunächst per Gesetz von der Umsatzsteuer befreit, Banken haben aber die Möglichkeit, zur Umsatzsteuerpflicht zu optieren.

Zu den optionsfähigen Umsätzen gehören z. B. die Umsätze und die Vermittlung der Umsätze im Kontokorrentverkehr, im Zahlungs- und Überweisungsverkehr, aber auch die Gewährung und Vermittlung von Krediten. Nutzt eine Bank das Wahlrecht und optiert zur Umsatzsteuer, so werden zusätzlich zu den bekannten Gebühren, Zinsen und Provisionen auch 19 % Umsatzsteuer fällig.

Immer mehr Banken und andere Geldinstitute haben die Möglichkeit erkannt, mit der Umsatzsteueroption einen erheblichen Kostenfaktor zu minimieren, da sie insoweit für bezogene Leistungen selbst Vorsteuern abziehen können. Soweit der Kunde selbst ein Geschäftsmann ist, optieren daher immer mehr Banken zur steuerpflichtigen Ausführung der Bankdienstleistungen. Damit bleiben alle Dienstleistungen an Privatleute, aber auch alle Dienstleistungen die ein Unternehmer für den privaten Bereich in Anspruch nimmt, weiterhin steuerfrei.

Gerade bei Einzelunternehmen befinden sich die geschäftlichen und die privaten Bankkonten bei ein und derselben Bank. Und nicht in jedem Einzelfall ist dabei der Bank bekannt, ob einzelne Konten oder auch Kredite ganz oder zum Teil für Privatzwecke genutzt werden. Dies sollte der optierenden Bank ebenso mitgeteilt werden, wie der Umstand, dass geschäftliche Konten und Kredite dem nicht umsatzsteuerpflichtigen Unternehmensteil zugeordnet werden und damit weiterhin von der Steuerpflicht befreit bleiben sollen.
Auch Unternehmen, die die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung nutzen, sind „nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt“. Deshalb sollten Sie mit der korrekten Information an die Bank darauf achten, dass ihre Kontoführung und andere Bankleistungen umsatzsteuerfrei sind und bleiben.

Beabsichtigt eine Bank vom Umsatzsteuerwahlrecht Gebrauch zu machen, so werden die betroffenen Kunden darüber informiert. Dabei wird dem Konteninhaber, der von der Option betroffen ist, auch die Frage nach der Umsatzsteuerpflicht des Unternehmens gestellt. Da keine Rückantwort für die Bank in der Regel eine Zustimmung zur Umsatzsteueroption bedeutet, ist es ratsam die Frage zu beantworten, um eine unnötige Kostenerhöhung durch in Rechnung gestellte Umsatzsteuer zu vermeiden.

Als Steuerberater mit Sitz in der Hansestadt Lübeck betreuen wir zahlreiche Kleinunternehmer und Einzelpersonengesellschaften in Lübeck, Hamburg, Kiel und im gesamten Norden. Sollte Ihre Bank Sie über eine zukünftige Umsatzsteuererhebung auf ihre Bankdienstleistungen informiert haben, sprechen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie gern, wie Sie Nachteile für sich und Ihr Unternehmen vermeiden können.

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