Vereine: steuerliche Besonderheiten bei Festveranstaltungen

Damit der Verein nicht die Zeche zahlt – oft wird angenommen, dass gemeinnützige Vereine keine Steuern zahlen müssen. Doch das ist nur für den ideellen Bereich richtig. Die Erträge aus der Vermögensverwaltung und den Zweckbetrieben sind zwar von der Körperschaftsteuer befreit, unterliegen jedoch in der Regel dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %.

Wirtschaftliche Geschäftsbetriebe sind steuerpflichtig

Anders sieht es bei wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben aus. Ihre Umsätze unterliegen dem Regelsteuersatz von 19 % Umsatzsteuer, sofern keine steuerbefreiten Tätigkeiten ausgeübt werden. Allerdings können Vereine von der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerregelung profitieren. Ein Verein braucht keine Umsatzsteuer zu zahlen, wenn seine Vorjahresumsätze nicht mehr als 17.500 Euro betrugen und er im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsätze erzielen wird. Bei der Anwendung der Kleinunternehmerregelung dürfen jedoch keine Rechnungen mit Umsatzsteuer ausgestellt und keine Vorsteuern abgezogen werden.

Gewinne aus den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben eines Vereins sind grundsätzlich körperschaftsteuer- und gewerbesteuerpflichtig. Doch sofern die Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer aller ihrer wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe nicht mehr als 35.000 Euro betragen, müssen Vereine keine Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen. Wird diese Grenze überschritten, muss der Gewinn der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe ermittelt werden. Nach Abzug eines Freibetrages von 5.000 Euro unterliegt der Gewinn der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag sowie der Gewerbesteuer. Insgesamt fallen Steuern zwischen 30 % und 33 % an.

Einnahmen und Ausgaben müssen zugeordnet werden
Für Vereine ist es oft schwierig, ihre Tätigkeiten und die damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben den vier Geschäftsbereichen zuzuordnen. Bei Festveranstaltungen anlässlich eines Vereinsjubiläums bedeutet dies:

Ideeller Bereich:

  • Spendeneinnahmen
  • Ausgaben für die Dokumentation mit Fotos und Filmen
  • Erinnerungsgeschenke
  • Festkleidung bzw. -uniformen
  • Aufwendungen für einen Festumzug, sofern Besucher dafür nichts zahlen müssen

Vermögensverwaltung:

  • Verpachtung eines Festzeltes an einen Gastronom ohne Mithilfe des Vereins beim Ausschank etc.

Zweckbetrieb:

  • mit einer Festschrift verbundene Einnahmen und Ausgaben, soweit die Vereinstätigkeit dargestellt wird
  • mit einem Festzug verbundene Einnahmen und Ausgaben, wenn Besucher dafür etwas zahlen
  • Loseinnahmen und Ausgaben für die Preise bei Tombolas

Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb:

  • Standgelder für Schausteller und Imbissstände
  • Verkauf von Speisen und Getränken
  • Anzeigenwerbung in einer Festschrift

Hinweis: Ausgaben, die sowohl mit den steuerbefreiten Bereichen als auch mit dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zusammenhängen, sind dem Bereich zuzuordnen, der sie primär veranlasst hat. Das wird in der Regel der ideelle Bereich sein, da in diesem die Satzungszwecke verwirklicht werden.
(Stand: 29.08.2016)

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